Mit 16
Jahren reist er für zwei Jahre nach Wien, um zu studieren und Mozart und
Haydn kennen zu lernen. Als er im Juli 1787 zurückkommt, muss er gerade
siebzehnjährig seine Mutter beerdigen. Er bleibt in diesen Jugendjahren
in Bonn, studiert und musiziert und ist mit Familie Breunig befreundet.
Die Tochter des Hauses, kaum 4 Monate jünger als er, Eleonore, ist auch
seine Schülerin und wohl auch etwas mehr, wie ein Gedicht belegt, das sie
ihm zu seinem zwanzigsten Geburtstag verehrt.
In diesen Jahren wurden die Sommer vorwiegend beim Onkel in Kerpen aber auch
bei der Tante in Bad Neuenahr verbracht.
1791 verlässt Beethoven mit 21 Jahren Bonn und kehrt nicht mehr zurück.
Eleonore wird erst zehn Jahre später, schon 31 Jahre alt, einen
gemeinsamen Jugendfreund der beiden, Gerhard Wegeler heiraten.
Beethoven
hat in Wien großen Erfolg und heftige, leidenschaftliche Affären. Heiraten
wird er jedoch nie. Als er 1827 57-jährig stirbt, findet man bei ihm
jenes Gedicht, das er 37 Jahre zuvor von Eleonore bekommen hat:
"Zu Beethoven's Geburtstag von seiner Schülerin:
Glück und langes Leben
Erst 70 Jahre nach dieser Romanze werden hier gegenüber dem Beethovenhaus 1857
die Quellen erbohrt mit denen Bad Neuenahr entsteht. Und seit 2003 ertönten hier
nun zu
jeder vollen Stunde Melodien von Ludwig van Beethoven zur Erinnerung
an verliebte Jugendtage..
Beethoven und Bad Neuenahr
Beethoven wird im Dezember 1770 in Bonn geboren, im Alter von ungefähr
neun Jahren besucht er mit seinem Vater eine Familie Schopp in Ahrweiler.
Mit 14 Jahren wird er in Bonn mit der Familie Breuning bekannt, die
direkt gegenüber vom Bonner Münster wohnt (heute Kaufhof). Die Mutter
dieser Familie von Breuning ist die Schwester der damaligen Bewohnerin
des heute „Beethovenhaus“ genannten Gebäudes in Bad Neuenahr. Beethoven
geht im Breuning’schen Haus in Bonn ein und aus, wird zum Freund der
Familie.
Wünsch ich heute Dir,
Aber auch daneben
Wünsch ich etwas mir.
Mir in Rücksicht Deiner
Wünsch ich deine Huld,
Dir in Rücksicht meiner
Nachsicht und Geduld.
Lorchen von Breuning"
Adagio
Assai
Scherzo.Allegro
Allegro
Allegro non più molto
Menuett.Allegretto
Alle diese Werke wurden im
Jahre 1799 von Ludwig van Beethoven speziell für
Flötenuhren geschrieben.
Hörproben aus dem digitalen Archiv des Beethoven-Hauses in Bonn
Für das Abspielen der Hörproben
brauchen Sie den Realplayer, den können Sie sich
hier
auch in einer kostenlosen Version herunterladen.
Die Uhr wird jeden Tag von 9 Uhr bis 21 Uhr zur vollen Stunde ausgelöst.
Sie spielt dann von Ludwig van Beethoven eigens für Flötenuhren
komponierten Melodien.
Gebaut wurden Flötenuhren für wohlhabende, kulturell gehobene Kreise, gebildete Personen mit entsprechendem Kunst- und Musikverständnis. Die feinsten Stücke baute man in Wien und Berlin.
Mehrere bekannte
Komponisten schrieben Werke eigens für dieses Instrument, so Carl Philipp
Emanuel Bach, Joseph Haydn, Antonio Salieri, Wolfgang Amadeus Mozart aber
eben auch Ludwig van Beethoven.
Im letzten Jahrhundert wurden bis
circa 1850 einfachere Flötenuhren in großen Stückzahlen im Schwarzwald produziert. Sie spielten zur
Unterhaltung auch in Gasthäusern. Somit standen sie mit anderen Schwarzwalduhren bereits am Beginn
des Massenproduktions-Zeitalters. Zur gleichen Zeit wurden die Straßendrehorgeln in großen Stückzahlen
gebaut.
Spätestens hier endet die alte Zeit des Flötenuhrenbaus. Die mögliche Alternative waren dann die
wesentlich billigeren Schweizer
Kamm-Spieldosen, mit denen dann jedoch ähnlich den Glockenspielen
keinerlei musikalische Artikulationen mehr möglich waren. Da die Kamm-Spielwerke anfänglich in recht
großen Stückzahlen ausschließlich in Uhren eingebaut wurden, übertrug
sich der Name „Spieluhr“
fälschlicherweise im Volksmund auch auf die Spieldose ohne Uhr.
Heute sind Flötenuhren
seltene Raritäten.