Beethoven und Bad Neuenahr

Beethoven wird im Dezember 1770 in Bonn geboren, im Alter von ungefähr neun Jahren besucht er mit seinem Vater eine Familie Schopp in Ahrweiler. Mit 14 Jahren wird er in Bonn mit der Familie Breuning bekannt, die direkt gegenüber vom Bonner Münster wohnt (heute Kaufhof). Die Mutter dieser Familie von Breuning ist die Schwester der damaligen Bewohnerin des heute „Beethovenhaus“ genannten Gebäudes in Bad Neuenahr. Beethoven geht im Breuning’schen Haus in Bonn ein und aus, wird zum Freund der Familie.

Mit 16 Jahren reist er für zwei Jahre nach Wien, um zu studieren und Mozart und Haydn kennen zu lernen. Als er im Juli 1787 zurückkommt, muss er gerade siebzehnjährig seine Mutter beerdigen. Er bleibt in diesen Jugendjahren in Bonn, studiert und musiziert und ist mit Familie Breunig befreundet. Die Tochter des Hauses, kaum 4 Monate jünger als er, Eleonore, ist auch seine Schülerin und wohl auch etwas mehr, wie ein Gedicht belegt, das sie ihm zu seinem zwanzigsten Geburtstag verehrt.

In diesen Jahren wurden die Sommer vorwiegend beim Onkel in Kerpen aber auch bei der Tante in Bad Neuenahr verbracht.

1791 verlässt Beethoven mit 21 Jahren Bonn und kehrt nicht mehr zurück. Eleonore wird erst zehn Jahre später, schon 31 Jahre alt, einen gemeinsamen Jugendfreund der beiden, Gerhard Wegeler heiraten.

Beethoven hat in Wien großen Erfolg und heftige, leidenschaftliche Affären. Heiraten wird er jedoch nie. Als er 1827 57-jährig stirbt, findet man bei ihm jenes Gedicht, das er 37 Jahre zuvor von Eleonore bekommen hat:

"Zu Beethoven's Geburtstag von seiner Schülerin:

      Glück und langes Leben
      Wünsch ich heute Dir,
      Aber auch daneben
      Wünsch ich etwas mir.

      Mir in Rücksicht Deiner
      Wünsch ich deine Huld,
      Dir in Rücksicht meiner
      Nachsicht und Geduld.

1790. Von Ihrer Freundin und Schülerin
Lorchen von Breuning"

Erst 70 Jahre nach dieser Romanze werden hier gegenüber dem Beethovenhaus 1857 die Quellen erbohrt mit denen Bad Neuenahr entsteht. Und seit 2003 ertönten hier nun zu jeder vollen Stunde Melodien von Ludwig van Beethoven zur Erinnerung an verliebte Jugendtage..

eine ausführliche Ausarbeitung aus dem Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler über die Besuche Beethovens in Bad Neuenahr finden Sie hier























Beethovens Stücke für die Flötenuhr

Bei denen von der Beethoven-Uhr gespielten Stücke handelt es sich
um folgende Werke:

Adagio Assai
Scherzo.Allegro
Allegro
Allegro non più molto
Menuett.Allegretto

Alle diese Werke wurden im Jahre 1799 von Ludwig van Beethoven speziell für
Flötenuhren geschrieben.

Hörproben aus dem digitalen Archiv des Beethoven-Hauses in Bonn

Für das Abspielen der Hörproben brauchen Sie den Realplayer, den können Sie sich
hier auch in einer kostenlosen Version herunterladen.




































Zeitplan

Die Uhr wird jeden Tag von 9 Uhr bis 21 Uhr zur vollen Stunde ausgelöst.

Sie spielt dann von Ludwig van Beethoven eigens für Flötenuhren komponierten Melodien.

zu den Kompositionen  

 













































Flötenuhren Flötenuhren sind kostbare mechanische Uhren, mit einer kleinen Orgel kombiniert. Zu vorgegebener Zeit erklingt Musik, von einer Stiftwalze gesteuert. Blütezeit des Flötenuhrbaues war das ausgehende 18. Jahrhundert. 

Gebaut wurden Flötenuhren für wohlhabende, kulturell gehobene Kreise, gebildete Personen mit entsprechendem Kunst- und Musikverständnis. Die feinsten Stücke baute man in Wien und Berlin.

Mehrere bekannte Komponisten schrieben Werke eigens für dieses Instrument, so Carl Philipp Emanuel Bach, Joseph Haydn, Antonio Salieri, Wolfgang Amadeus Mozart aber eben auch Ludwig van Beethoven.  

Im letzten Jahrhundert wurden bis circa 1850 einfachere Flötenuhren in großen Stückzahlen im Schwarzwald produziert. Sie spielten zur Unterhaltung auch in Gasthäusern. Somit standen sie mit anderen Schwarzwalduhren bereits am Beginn des Massenproduktions-Zeitalters. Zur gleichen Zeit wurden die Straßendrehorgeln in großen Stückzahlen gebaut. Spätestens hier endet die alte Zeit des Flötenuhrenbaus. Die mögliche Alternative waren dann die wesentlich billigeren Schweizer Kamm-Spieldosen, mit denen dann jedoch ähnlich den Glockenspielen keinerlei musikalische Artikulationen mehr möglich waren. Da die Kamm-Spielwerke anfänglich in recht großen Stückzahlen ausschließlich in Uhren eingebaut wurden, übertrug sich der Name „Spieluhr“ fälschlicherweise im Volksmund auch auf die Spieldose ohne Uhr.

Heute sind Flötenuhren seltene Raritäten.

Zur Homepage des Flötenuhr-Bauers der Bad Neuenahrer Beethovenuhr Matthias Naeschke